Charlotte Malcolm-Smith

(SCO/D, Frankfurt am Main). Die Schottin Charlotte Malcolm-Smith (geb. 1966) hat Studien an der Central St. Martin’s School of Art and Design, London und an der Camberwell School of Art and Crafts, London absolviert, gefolgt von einem Abschluss an der Hochschule für Bildende Kunst, Städelschule, Frankfurt. Atelier in Frankfurt und London. About the artists

Genre: Rauminstallation. Pos. 28

Kuratorische Notiz: Hungrige Geister, verhungernde Künstlerinnen, Surrogate

Werk: „The fate of a female artist“

„The fate of a female artist“ Rauminstallation, mehrteilig, Holz, Acrylwolle, Gips, Plexiglas, Papier, Haushaltsdinge, Untergestell eines weggeworfenen Couchtisches, Schnur, Pastell auf Transparentpapier, Einzelelement ca. 230 x 50 cm, 2024-25.


Wir hungern nach Antworten auf Fragen, die wir stellen, um eine Leere in uns zu füllen. Wenn wir keine Antworten finden, die uns befriedigen, erfinden wir Surrogate. Sie scheinen in diesem Fall bekömmlich, weil wir sie nach unserem Geschmack würzen können.

Eine Fülle von Dingen, die gleichzeitig geschehen. Die Serie begann mit der Idee archetypischer Darstellungen von Frauen: drei Schwestern, drei Hexen, drei Schicksalsgöttinnen, drei Huren. Ich verwendete Zeichnungen von Francisco Goya, dessen Bildsprache mir sehr nahe ist und dessen Figuren häufig in meiner Arbeit auftauchen.

Ich begann mit Pastellen auf Transparentpapier zu experimentieren und nutzte die Transparenz, um Licht und Schatten selbst in die Bilder eintreten zu lassen.

Ich kämpfte mit dem Gegensatz zwischen der Freiheit des Ateliers und der täglichen Mühsal der Bürokratie zu Hause, die notwendig war, um meine künstlerische Praxis aufrechtzuerhalten. Schließlich entschied ich mich, beides miteinander zu verbinden, indem ich die Flut an Papierkram auf die Rahmen klebte und als Hintergrund für die Bilder verwendete. Auf jeder Ebene schuf ich sehr experimentelle, persönliche Arbeiten. Dennoch blieb das Problem des Hungers bestehen.

Wie es das Schicksal wollte, fand ich eines Abends auf dem Heimweg vom Atelier das Untergestell eines weggeworfenen Couchtisches. Dieses seltsame weiße Objekt mit einem Loch in der Mitte stand neben einem Haufen Müllsäcke auf der Straße, und ich erinnerte mich an die Serie „Familie Hunger“ von Martin Kippenberger, die ihrerseits von der Skulptur „Hunger“ inspiriert war, die in „Fenster zum Hof“ von Alfred Hitchcock erscheint — einem Werk, das wiederum auf die Skulpturen von Barbara Hepworth und Henry Moore verweist. In diesem Moment wusste ich, dass ich die begonnene Installation vollenden konnte. (Charlotte Malcolm-Smith)


Ausstellungsfotos: Isabella Groth

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