
(CZ, Brno). Die Tschechin Eva Jaroňová (geb. 1984) studierte an der Secondary Art School of Glass in Valašské Meziříčí und an der Fakultät der schönen Künste in Brno (Brünn)/Technische Universität Brünn/CZ. Anschließend folgten Internships an der Kunsthochschule Island (Reykjavík,) und der Akademie der Künste in Warschau. Atelier in Brno. About the artists
Genres: Skulptur, Malerei, Keramik, Installation
Kuratorische Notiz: Gier, Fressen, Grenzenloser Hunger, Konsum, Zerstörung
Werke: Multipart Installation aus „Who wants to be eaten?“, „A river flows through me“, „The greediest eater at the table („Growth from pain“, „Materialization of breath“, „Collapse“, „Cycle“, „Grin“)“
„Who wants to be eaten?“, Objekt, Metall, digital bedruckter Satin, 200x200cm, 2025. 2680€
„A river flows through me“, Keramik, 6-tlg., je 50x50cm, 2025. 2390€
„The greediest eater at the table“:
„Growth from pain“, Aquarell auf Papier und Holz, 30x42cm, 2025. 1070€
„Materialization of breath“, Aquarell auf Papier und Holz, 42x60cm, 2025. 1530€
„Collapse“, Aquarell auf Papier und Holz, 42x60cm, 2025. 1530€
„Cycle“, Aquarell auf Papier und Holz, 42x60cm, 2025. 1650€
„Grin“, Aquarell auf Papier und Holz, 30x42cm, 2025. 950€
Die Wurzeln von Bäumen und Pilzen sind miteinander verflochten und versorgen sich gegenseitig mit Nährstoffen. Blumen wollen bestäubt werden; Samen heften sich an das Fell von Tieren und werden über deren Verdauungssystem verbreitet. Hier finden eine lebhafte Zusammenarbeit und ein Austausch von Nährstoffen statt. Allerdings profitieren nicht alle gleichermaßen von diesen Interaktionen. In der Natur finden wir auch Geschichten von Grausamkeit. Die Schwachen und Verletzlichen werden zur Beute für Raubtiere; einige Teile von Pflanzen enthalten Giftstoffe und Antinährstoffe oder verteidigen sich mit Dornen gegen Fressfeinde. Sich Platz in der Welt zu verschaffen, bedeutet immer, jemand anderem Platz wegzunehmen.
Eine Abkehr vom Individualismus und das Bewusstsein, dass wir Teil einer sich ständig verändernden Gemeinschaft vieler Arten sind, können teilweise Erleichterung bringen. Was als natürlicher Lebenszyklus verstanden werden kann, findet jedoch mit dem Menschen ein Ende. Wir sind Teil eines Ökosystems geworden, für das die Maßstäbe und Metaphern der natürlichen Welt nicht mehr ausreichen. Um den „Standards“ des Lebens in der heutigen Gesellschaft zu entsprechen, konsumieren wir massenhaft oder beuten andere aus. Eine Lösung ist nirgends in Sicht. Protestaktionen, Fürsorge und Schadensbegrenzung können mit der Zerstörung durch den Menschen nicht Schritt halten.
In meiner Arbeit suche ich Versöhnung mit dem natürlichen Verfall, ohne mich von den heutigen Umweltproblemen abzuwenden. Ich bewältige ihre Last durch eine magische Sichtweise auf die Welt und schwarzen Humor. Reflexionen über Konsum, gesellschaftliche Unersättlichkeit sowie Vernetzung und Zusammenarbeit werden in den Aquarellen „The greediest eater at the table“, dem Metall-Textil-Objekt „Who wants to be eaten?“ und in den Keramikarbeiten „A river flows through me“ untersucht, die für Belichtungsmesser 2 – Biennale für Gegenwartskunst 2026 ausgewählt wurden. (Eva Jaroňová)
