Felix Wittibschlager

(AT, Wien). Der Österreicher Felix Wittibschlager (geb. 2000) studierte an der Kunstschule Wien mit Abschlussdiplom. Er ist künstlerischer Assistent im Atelier Hermann Nitsch, Prinzendorf (AT). Atelier in Wien. About the artist

Genre: Malerei, Druck, Raumobjekt. Pos. 23

Kuratorische Notiz: Hunger nach Freiheit und Befreiung, Wissenshunger, Hunger nach Erkenntnis, Hunger im sozialen Kontext, Globaler Kassenzettel

Werk: „Mammon“

„Mammon“, Mischtechnik auf Holzplatten, siebenteilig, ca. 900cm x 220cm x 15cm, 2026. 18200€


In dem Werk „Mammon“ wird Hunger zum Synonym für systemimmanente Ungleichheit und die pathologische Gier nach Immer mehr. Im Fokus steht die moralische Autophagie – ein Zustand, in dem der Mensch sich und seine Umwelt verzehrt. In der westlichen Welt ist Hunger kein physisches Defizit, sondern das Unvermögen, Sättigung zu erfahren. Dieser Überfluss fußt untrennbar auf dem Hunger anderer. Obwohl wir in einer Ära beispiellosen materiellen Reichtums leben, bleibt das kollektive Gefühl, es würde nicht reichen. Auf ca. 20 Quadratmetern Druck und Malerei provoziert „Mammon“ durch rohe Formen und plakative Schriften eine Perspektive, die zum Hinterfragen der eigenen Position zwingt. Während das monumentale Format normalerweise unausweichlich scheint, führt die abnorme Präsentation dazu, dass die Arbeit – analog zum Thema selbst – von vielen übersehen wird.

Im Zuge der Recherche wurde deutlich, dass diese Arbeit keinen Hunger stillen kann. Sie kann jedoch sichtbar machen, wer von diesem System profitiert – und wer seinen Preis dafür bezahlt. Um uns als Profiteure direkt anzusprechen, entstand die Form einer Rechnung: Ein Beleg für fehlgeleitete Ausgaben und für die Kosten des Nicht-Handelns. (Felix Wittibschlager)


Ausstellungsfotos: Isabella Groth