
(BRA, São Paulo) Ivan Padovani (geb. 1978) hat einen Abschluss in Betriebswirtschaft und einen Postgraduiertenabschluss in Fotografie der FAAP – Fundação Armando Alvares São Paulo/BRA. Er ist Dozent an der Escola Panamericana de Arte in São Paulo. Derzeit ist er Leiter von Canteiro, einem Produktionszentrum für zeitgenössische Kunst in São Paulo. Atelier in São Paulo. About the artist
Genres: Video, Zeichnung, Rauminstallation
Kuratorische Notiz: Extraktive Urbanität, resiliente Independent-Praxis, in Kooperation mit Guta Galli/BRA.
Werke: „Sobre a Terra“ (2022), „Cálculo Estrutural“ (2026)
„Cálculo Estrutural“ (Statische Berechnung), Zeichnungen, Tusche auf Papier, 60 x 40cm, 2026.
„Sobre a Terra“ (Auf der Erde), Videoinstallation, Sound: Guta Galli, 3:24 min, 2022
Die Rauminstallation vereint Werke von Guta Galli und mir, die sich damit auseinandersetzen, wie neoliberale und hyperindividualistische Systeme sowohl Körper als auch Landschaften umgestalten. Galli präsentiert Aquarelle aus ihrer Serie „Puérperas“ (Wöchnerinnen) sowie ein Video, in dem sie sich selbst stillt und dabei die psychischen und physischen Auswirkungen der Mutterschaft in einer patriarchalischen Gesellschaft untersucht, die von Isolation, Verlust der Subjektivität und dem Schwinden gemeinschaftlicher Unterstützung geprägt ist. Ihre Werke positionieren den mütterlichen Körper als einen Ort, an dem strukturelle Gewalt als bekannt und im Körper eingeschrieben dargestellt wird. Mein Video „Sobre a Terra“ (Auf der Erde), komponiert auf einen Soundtrack von Guta Galli, das aus angeeigneten Bildern von Chinas „Nagelhäusern” besteht, die inmitten verwüsteter Baustellen stehen geblieben sind, enthüllt Akte des Widerstands gegen spekulative Immobilienexpansion und ethisch indifferente Infrastrukturpolitik. Die frenetische Überlagerung von Bildern, begleitet von Gallis verzerrtem Soundtrack eines Betonmischers, erzeugt eine unerbittliche Atmosphäre der Unterdrückung und des Schocks. Und beschwört eine Erinnerung herauf sowohl an den urbanen Wandel in Städten wie São Paulo als auch an die weitreichenden ökologischen und sozialen Folgen einer ungebremsten Entwicklung, die sich während der Pandemie noch intensiviert hat. Meine Zeichnungen „Cálculo Estrutural“ (Statische Berechnung) von architektonischen Säulenstrukturen, die unter unsichtbarem Druck verbogen und deformiert sind, erweitern diese Reflexion auf den Bereich des gebauten Raums. Gemeinsam zeichnen wir parallele Gewalttaten nach und legen offen, wie neoliberale Kräfte gleichzeitig auf den weiblichen Körper und die gebaute Landschaft einwirken. (Ivan Padovani)
