Sylvia von Bernstorff

(D, Wiesbaden). Sylvia von Bernstorff (geb. 1971) erhielt ihre Ausbildung an der Freien Wiesbadener Kunstschule, der Städel Abendschule und in Salzburg, International Summer Academy of Fine Arts, Meisterklasse Tobias Pils. Atelier in Wiesbaden. About the artists

Genres: Malerei, Raumobjekt

Kuratorische Notiz: Figurativ-Abstrakte Themaumsetzung, Humor, Hungerraum, Körper

Werke: „O. T.“, „O. T.“, „O. T.“

„O. T.“, Malerei, Tusche, Acryl, Crayon auf Leinwand, 135×180 cm, 2024. 4800€
„O. T.“, Malerei, Tusche, Acryl, Crayon auf Leinwand, 120×130 cm, 2024. 3600€
„O. T.“, Raumobjekt, Wolle-getuftet, Polyestergewebe, Leinen, Latex, ca. 260×120 cm, 2025. 4500€

Die hier präsentierten Arbeiten zeigen keine abstrakten Formen im engeren Sinn, sondern ding- oder wesenhafte Gebilde, die sich einer eindeutigen Benennung entziehen.  Es erscheinen Formen, die an Gefäße, Körper, Mäuler, Öffnungen oder Innenräume erinnern und dabei ungefüllt wirken. 
In einem der beiden Bilder verdichtet sich diese Leere im Inneren eines körperähnlichen Konglomerats. Die Formen greifen ineinander, bilden Einschnitte, Hohlräume und Überlagerungen.
In dem anderen Bild verteilt sich die Leere im Bildraum. Ein zentrales, kannenartiges Wesen ist von Fragmenten umgeben, die keine stabile Funktion mehr bilden. 
Formen sind vorhanden, doch ihre Funktion bleibt unklar; Körper sind angedeutet, aber nicht tragfähig; Gefäße existieren ohne Inhalt.  Es entsteht ein Zustand des Dazwischen: zwischen Objekt und Wesen, zwischen Innen und Außen. (Sylvia von Bernstorff)

Mit der textilen Arbeit wird das in den Leinwänden angelegte Motiv der Leere, des Innenraums und des Gefäßhaften in den realen Raum überführt. Die Arbeit schwebt frei. Öffnungen und herabhängende Fäden lassen ein Innen erkennen, das sichtbar, aber nicht erreichbar bleibt. Während die Leinwand Arbeiten das Verhältnis von Form und Leere innerhalb der Bildfläche verhandeln, macht die textile Arbeit diesen Zustand als Raumobjekt physisch erfahrbar. 
Gemeinsam formulieren die drei Arbeiten eine Vorstellung von Existenz, die nicht auf Stabilität beruht, sondern auf Offenheit, Durchlässigkeit und dem Aushalten von Leere. (Sylvia von Bernstorff)