Thomas Wunsch

(D, Wiesbaden). Thomas Wunsch beschäftigt sich schon seit seiner Kindheit mit Fotografie. Mit 17 Jahren erster Aufenthalt in den USA, wo er Mitglied in der Kodak Young Photographers League wurde. Später gründete er ein kommerzielles Fotostudio in Hamburg und widmete sich den Schwerpunkten Mode, Still Life und Porträt. Es folgten Jahre in den USA, wo er festangestellter Standfotograf in einem Filmstudio war. Wieder zurück arbeitet er seitdem nur noch abstrakt, bekannt durch viele Covers des Plattenlabels ECM. Atelier in Wiesbaden. About the artists

Genre: Fotografie

Kuratorische Notiz: Hunger nach Bildern, Gier nach Inhalt, Sättigung durch Reduktion

Werke: „Untitled 1-5“

„O. T.“, (Nr. 2), Fotografie, Digitalprint auf Leinwand, 100x100cm m. R., 2024. 4800€
„O. T.“, (Nr. 4), Fotografie, Digitalprint auf Leinwand, 100x100cm m. R., 2022. 4800€
„O. T.“, (Nr. 7), Fotografie, Digitalprint auf Leinwand, 100x100cm m. R., 2022. 4800€
„O. T.“, (Nr. 8), Fotografie, Digitalprint auf Leinwand, 100x100cm m. R., 2021. 4800€
„O. T.“, Fotografie, Digitalprint auf Leinwand, 200x200cm m. R., 2020. 19500€

Mein Interesse an informellen Fotografien hat seinen Ursprung in meinem Kunstgeschichtsstudium, wo ich bemerkte, dass mir informelle Malerei am besten von allen anderen Kunstrichtungen gefallen hat. Vor 25 Jahren begann ich als Fotograf, diese Leidenschaft von mir zur künstlerischen Sprache auszugestalten.

Ich habe einen unstillbaren Hunger nach Bildern, besonders nach neuen Bildern, und habe es mir zur Aufgabe gemacht, immer wieder ganz neue Motive zu finden. So möchte ich, dass jedes neue Foto, das ich mache, komplett anders aussehen muss, als alle anderen Fotos, die ich bisher gemacht habe. Ich möchte also keine Serien produzieren. Die Variationsbreite bei informellen Kunstwerken ist fast unendlich groß, und das wird mich auch in Zukunft beschäftigen.

Meine Arbeitsweise ist zweigeteilt. Zunächst suche ich informelle Motive im Urbanen, denn in der Natur eignen sich die Vorlagen nicht für meine Art der Fotografie. Hier suche ich nach Bildimpulsen, die das versprechen, was mich eigentlich interessiert: watteweiche Tiefen, Schatten, Brüche, Lichteffekte und Verwischungen. Diese Bilder werden dann in der digitalen Nachbearbeitung noch extrem verändert. Es interessiert mich, trotz der formalen Strenge eine Anmutung des Vagen zu erzeugen: Alles verschwimmt und verliert seine Identität, ein Ort nahe dem Nichts, des Unbestimmbaren und des Dunklen.

Das heißt, dass der Computer und die Programme, die ich nutze, ganz wichtige Werkzeuge sind, um zu den Ergebnissen zu kommen, die ich für gut halte. Geknüpft an individuelle Freiheit und verstanden als Suche nach dem Inneren der eigenen und der fremden Natur, explorieren meine Fotografien, dass die Ästhetik des Atmosphärischen mit visuellen Metaphern denk- und machbar ist, aber nie ohne die Sehnsucht nach dem Wesentlichen. (Thomas Wunsch)